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von Susanne Cramer-Lamprecht 2. März 2025
Der Alltag einer Profi-Violinistin Zwischen meinen Auftritten, von denen die Menschen ja hauptsächlich Notiz nehmen, verbirgt sich der anspruchsvolle und vielseitige Arbeitsalltag einer Profi-Violinistin. Dann bin ich nicht einfach untätig. Im Gegenteil, diese Zeit ist geprägt von kreativer und technischer Arbeit, die ebenso viel Hingabe und Kompetenz erfordert. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Phase ist das Produzieren neuer Aufnahmen. Ich nutze die ruhigeren Momente daheim, um neue Stücke aufzunehmen. Hierbei spielt nicht nur das Geige üben eine Rolle, sondern auch technisches Know-how im Umgang mit Aufnahmegeräten und Software, um die bestmögliche Klangqualität zu erzielen. Neben der Aufnahme neuer Musikstücke widme ich mich auch den musikalischen Arrangements maßgeschneiderter Musikstücke für die Aufführung bei Hochzeiten und anderen privaten Festen. Ich arbeite eng mit meinen Kunden zusammen, um deren Vorstellungen zu verstehen und umzusetzen und arrangiere Musikstücke, die für diese eine ganz persönliche Bedeutung haben und dem Fest eine einmalige, emotionale Note verleihen. Der Umgang mit der Vielseitigkeit und dem breiten Spektrum an Aufgaben, die eine Profi-Violinistin zwischen den Auftritten bewältigt, ist ein wesentlicher Teil des Berufs. Die Balance zwischen künstlerischer Freiheit und der präzisen Handwerkskunst bei der Umsetzung individueller Kundenwünsche fordert kontinuierliches Lernen und Anpassung. Der Raum zwischen den Auftritten ist somit weit mehr als eine bloße Übergangsphase; er ist eine Zeit der Kreation, der Anpassung und des Wachstums, die letztlich die Qualität und Ausdruckskraft öffentlicher Performances steigert. Und es ist wirklich anstrengende und konzentrierte Arbeit.
von Susanne Cramer-Lamprecht 21. Februar 2025
Am 18.2.2025 hatte ich die Ehre, zusammen mit dem Ex-Domkapellmeister von Augsburg und seinem Sohn, der ein hervorragender Bariton ist, eine Trauerfeier in einem kleinen Dorf in Bayrisch-Schwaben würdig zu gestalten. Es war sehr kalt und die Orgel war fürchterlich tief und verstimmt, aber wir gaben unser Bestes. Eines der Musikstücke war etwas ganz Besonderes: das Sicilienne von Maria Theresia von Paradis ist wunderschön, aber nicht oft gespielt. Komponistinnen hatten zu ihren Lebzeiten (1759-1824), also etwa zur Zeit von Mozart und Beethoven, wenig Chancen auf Erfolg. Nach dem Gottesdienst in der Kirche wurde es noch ein wenig härter, warm eingepackt, aber bei 0 Grad Außentemperatur musizierte ich noch am Grab: "River flows in you", "My Way" von Sinatra, "Time to say Goodbye", eine Serenade von Haydn und den 2. Satz aus dem Winter von Vivaldis Jahreszeiten. Aber so ist es eben im Leben einer freiberuflichen Profi-Geigerin. Zimperlich darf man nicht sein und körperliche Fitness ist die Grundvoraussetzung für diesen Beruf.
von Susanne Cramer-Lamprecht 18. Februar 2025
Mit einem wunderschönen Konzert im Herkulessaal der Residenz München beginne ich in diesem Blog von meinem Leben als freiberufliche Profimusikerin zu erzählen. Am 16.2.2025 durfte ich als stellvertrende Konzertmeisterin mit der Münchner Kammerphilharmonie DaCapo ein Programm mit Werken von W.A. Mozart spielen. Nach der berühmten kleinen Nachtmusik brillierte der Weltklasse-Flötist Massimo Mercelli mit Mozarts Flötenkonzert, nach der Pause gab es noch ein Klvierkonzert und die A-Dur-Sinfonie. Weil der 1. Konzertmeister Marius Bigelmaier ja nun mal keine Frau ist, hatte ich das große Glück, daß der Flötist mir den wunderschönen Blumenstrauß weiterreichte.
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